Rentenanpassung 2016

Rentenanstieg zum 1. Juli 2016

Die Rentner in Deutschland können in diesem Jahr die höchste Rentenerhöhung seit 23 Jahren erwarten. Es gibt 54 Euro mehr für den Durchschnittsrentner. Mitte des Jahres 2016 erhalten die 20,5 Millionen deutschen Rentner ein großes Rentenplus. Das Bundessozialministerium erklärte, dass die Renten zum 1. Juli 2016 um 4,25 Prozent im Westen und um 5,95 Prozent im Osten erhöht werden. Das Bundeskabinett hatte der Erhöhung zugestimmt.

Das Jahr 2016 wird für die 20,5 Millionen Rentner nach Jahren ein gutes Rentenplus bringen. Wie das Bundesarbeitsministerium verlautbarte, werden die Renten um 4,25 Prozent im Westen und um 5,95 Prozent im Osten erhöht werden. Eine derart hohe Rentenanpassung hatte es zuletzt 1993 gegeben. Die Rentenerhöhung wird zum 1. Juli 2016 durchgeführt.

Ab Juli 2016 liegt der Rentenwert im Osten damit bei 94,1 Prozent des Wertes der westlichen Bundesländer. Ein Jahr zuvor lag der Wert noch bei 92,6 Prozent. Bis zum Jahr 2019 soll der Rentenwert in Ost und West gleich hoch sein.

Aber: Bei den Werten handelt es sich um Bruttowerte. Der tatsächliche Rentenanstieg ist geringer, da Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner anfallen. Außerdem muss die Rente in vielen Fällen versteuert werden.

So viel Rente gibt es ab 01.07.2016 mehr

Aktuelle Rente in EUR Rentenerhöhung im Osten in EUR Rentenerhöhung im Westen in EUR
800,00 47,60 34,00
1.000,00 59,50 42,50
1.200,00 71,40 51,00
1.500,00 89,25 63,75
2.000,00 119,00 85,00

Gründe der Rentenerhöhung

Seit 2012 hat es dank der wirtschaftlichen Entwicklung deutliche Rentenerhöhungen gegeben. Davor mussten Rentner zeitweise sogar eine Nullrunde hinnehmen. Im laufenden Jahr verstärkt sich die Entwicklung der Vorjahre: Kräftige Anhebung der Rentenhöhe im Osten und geringere Anpassung in den West-Bundesländern.

Die Erhöhungen der Renten in den letzten Jahren sieht zusammenfassend wie folgt aus:

• 2004 bis 2006: keine Rentenerhöhungen
• 2007: 0,54% in Ost und West
• 2008: 1,1% in Ost und West
• 2009: 3,38% Osten / 2,41% Westen
• 2010: keine Rentenerhöhung
• 2011: 0,99% in Ost und West
• 2012: 2,26% Osten / 2,18% Westen
• 2013: 3,29% Osten / 0,25% Westen
• 2014: 2,53% Osten / 1,67% Westen
• 2015: 2,5% Osten / 2,1% Westen
• 2016: 5,95% Osten / 4,25% Westen

Ursache der höheren Anpassung in den neuen Bundesländern ist die Angleichung des Rentenniveaus an das Westniveau.

Rentengarantie

Aber auch die Rentengarantie bremst den Anstieg der West-Renten. Erstmals hatten 2011 bei der Rentenerhöhung diese gesetzlichen Schutzklauseln gegriffen. Die theoretisch höhere Rentenanpassung wurde dadurch abgemildert. So werden die Rentenminderungen, die es in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung hätte geben müssen, nachgeholt. Dies gilt auch für die aktuelle Erhöhung.

Eine weitere Schutzklausel verhindert, dass die Rentenerhöhung im Osten geringer ausfällt als im Westen. Eigentlich hätte der Anstieg im Osten bei lediglich 0,71 Prozent liegen dürfen. Aufgrund der Schutzregelung Ost gilt jedoch, dass die Renten im Osten mindestens im gleichen Maße angehoben werden müssen wie im Westen.

Wovon hängt der Rentenanstieg ab?

Die Entwicklung der Renten hängt zum einen von der Lohnentwicklung der Beschäftigten ab. Aber diese ist nicht der einzige Faktor für die Rentenerhöhung.

Es gibt drei Schutzklauseln, die den Rentenanstieg ausbremsen. Sie sorgen für Generationengerechtigkeit.

Riester-Faktor

Seit dem Jahr 2003 müssen Arbeitnehmer privat vorsorgen, um die Kürzungen der gesetzlichen Rente auszugleichen. Der Staat hat dafür die Riester-Rente bereitgestellt. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt werden. Diese Mehrbelastungen der Arbeitnehmer werden durch den Riester-Faktor ausgeglichen und damit die aktuellen Ruheständler indirekt beteiligt.

Nachhaltigkeitsfaktor

Durch den demographischen Wandel verändert sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung. Der Nachhaltigkeitsfaktor bewirkt, dass der Rentenanstieg geringer ausfällt, wenn die Zahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu den Beitragszahlern steigt.

Rentengarantie

Seit 2009 besteht als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise eine "erweiterte Rentenschutzklausel". An sich müssten die Rentenbezüge gekürzt werden, wenn das Lohnniveau sinkt. Durch die Rentengarantie wird dies allerdings ausgeschlossen.

Entwicklungsgeschichte der Rentenanpassung 2016

Der Rentenversicherungsbericht von 2014 brachte die ersten Zahlen: Danach konnten sich die Rentner in Deutschland in den kommenden Jahren über Rentenerhöhungen von bis zu 4,6 Prozent freuen.

Für 2016 war laut dem Bericht mit einer Rentenerhöhung von 4,51 Prozent zu rechnen.

Auch für die Jahre 2017 und 2018 sind Erhöhungen prognostiziert. Für 2017 um 2,44 Prozent, für 2018 um 2,41 Prozent. Bis zum Jahr 2028 steigen die Renten um ca. 40 Prozent.

Der Bericht basiert nicht auf Regierungszusagen, sondern auf. Aufgrund dieser Annahmen wird eine Modellrechnung erstellt. Die durchschnittliche Steigerungsrate liegt bei gut 2 Prozent pro Jahr.

Diese Zahlen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Rentenniveau sinkt, also der Abstand zwischen Arbeitseinkommen und Renteneinkommen. Die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wird in Zukunft allein nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens fortzuführen. Der Rentenbericht 2014 erklärt, dass "der erworbene Lebensstandard nur erhalten bleibe, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen."

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 Prozent sinken. Bis 2018 bleibe er unverändert, so der Bericht.

2016 einheitliche Rentenerhöhung in Ost und West?

Mit einer Entschließung vom 12. Juni 2015 will der Bundesrat erreichen, dass mit den Vorbereitungen zu abschließend einheitlichen Rentenwerten in alten und neuen Bundesländern nicht erst 2016, sondern sofort begonnen werden soll. Er forderte die Bundesregierung auf eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe einzusetzen, um auf dieses Ziel hinzuwirken. Die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter in den alten und den neuen Ländern sei annähernd identisch, sie unterscheide sich um gerade 0,42 Prozent. Der darauf basierende Angleichungsprozess der Rentenwerte verlaufe deshalb wesentlich anders als ursprünglich angenommen. Vor diesem Hintergrund bestehe unverändert Bedarf an konkreten Handlungsschritten, um diesen Angleichungsprozess abzuschließen. Ein einheitlicher Rentenwert spätestens 30 Jahre nach der Deutschen Einheit sei nur durch politisches Handeln erreichbar, so der Bundesrat.

Goldene Renten-Jahre beginnen 2016

Der Deutschen Rentenversicherung geht es gut wie nie. Auf die etwa 20 Millionen Rentner in Deutschland wartet im Jahr 2016 eine Rentenerhöhung von vier bis fünf Prozent und damit die höchste Rentenanpassung seit über zwanzig Jahren.

Trotz der damit zusammenhängenden erheblichen Mehrausgaben und des immensen Rentenpakets, das die Mütterrente und die abschlagsfreie Rente ab 63 beinhaltete, muss der Rentenbeitrag, anders als erwartet, in den kommenden Jahren nicht angehoben werden. Bis zum Jahr 2020 wird er voraussichtlich konstant bei 18,7 Prozent liegen.

Schaut man auf die Rentenreserve, so zeigt die Ansparung von 35 Milliarden Euro eine beruhigende Nachhaltigkeitsrücklage. Dennoch: es sind lediglich knapp 2 Monatsausgaben.

Weil sich aber das Beitragswachstum aus Erwerbstätigkeit sowohl 2015 als auch 2015 besser als erwartet entwickelt hat und eine bereits 2014 fällige Absenkung des Rentenbeitrags auf 2015 verschoben wurde, sind die Einnahmen gut.

Die positive Folge dieser Entwicklung: das jährlich rund neun Milliarden teure Rentenpaket lässt sich – wider Erwarten – bis voraussichtlich 2020 ohne Anhebung des Beitragssatzes tragen.

Für den durchschnittlichen Rentner bedeutet die zu erwartende Rentenerhöhung ca. 57 Euro Plus.