Rentenrecht

Rechtsratgeber Rente - verständlich, kompakt, unabhängig

Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch wahrnehmen!

Und: manchmal braucht man Hilfe, um sie auszuüben

Die Experten unseres unabhängigen und gemeinnützigen Vereins erklären das deutsche Rentenrecht auf einfache Art und Weise.

Rentenversicherung

Das Rentenrecht in Deutschland ist im SGB VI geregelt, das den Titel "Gesetzliche Rentenversicherung" trägt.

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist eine Sozialversicherung. Sie basiert auf dem Solidarprinzip und dem Äquivalenzprinzip.

Äquivalenzprinzip bedeutet, dass die Leistungen in der gesetzlichen Rentenversicherung für den Einzelnen grundsätzlich äquivalent zu den gezahlten Beiträgen sind, sogenannte Individualäquivalenz.

Die Ungleichbehandlungen von Versicherten treten allein aufgrund von Änderungen des Beitragssatzes und des Rentenwerts während des Versicherungsverlaufs ein.

Das Solidarprinzip spiegelt sich wider in der Einbeziehung von Leistungen, denen keine Beitragszahlungen gegenüberstehen. Beispiele sind die Anerkennung von Kindererziehungszeiten. Diese Leistungen werden nicht durch Rentenversicherungsbeiträge, sondern durch Steuern gedeckt.

Finanziert wird die gesetzliche Rentenversicherung nach dem Umlageverfahren.

Altersrente

Wer ohne Abzüge bei der Rente in den Ruhestand gehen will, muss eine bestimmte Altersgrenze erreicht haben. Seit einigen Jahren steigt die Grenze für die reguläre Altersrente stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre an. So soll erreicht werden, dass die Beiträge für die folgenden Generationen bezahlbar bleiben. Hintergrund ist die steigende Lebenserwartung, die die Bezugszeit der Rente immer weiter ausdehnt. So betrug sie 1960 10 Jahre und liegt gegenwärtig bei 17 Jahre.

Für den Anspruch auf die Regelaltersrente sind fünf Jahre Versicherungszeit Voraussetzung.

Im Vordergrund steht für viele ältere Menschen die Frage nach dem Renteneintrittalter. Wer kann mit 65, wer erst später, wer mit 67 Jahren in Rente gehen?

Zudem gibt es unterschiedliche Altersrenten, die wir hier vorstellen.

Neuigkeiten aus dem Rentenrecht

Frührente

Trotz der Reform des Rentensystems gibt es noch viele Arbeitnehmer, die eine vorgezogene Altersrente beantragen können. Wir zeigen die Voraussetzungen auf und erklären, mit welchen Abzügen man bei einer Frührente zu rechnen hat.

Die bekannteste Frührente ist die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren

Erwerbsminderung

Wer aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr fähig ist, mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten, erfüllt die Grundvoraussetzungen für einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Als weitere Voraussetzungen müssen gegeben sein:

Nachgewiesene medizinische Notwendigkeit

Aus ärztlichen Unterlagen oder Gutachten muss unzweifelhaft hervorgehen, dass man im ausgeübten oder einem anderen Beruf nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten können.

Erfüllung der Mindestversicherungszeiten (Wartezeit)

Man muss wenigstens fünf Jahre versichert sein und in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge eingezahlt haben. Kindererziehungszeiten gelten dabei als Pflichtbeitragszeiten.

Wenn die Erwerbsminderung ihren Grund in einem Arbeitsunfall, einer Berufskrankheit, einer Beschädigung aus dem Wehr- und Bundesfreiwilligendienst oder in/bei politischem Gewahrsam hat, reicht schon ein gezahlter

Versicherungsbeitrag.

Teilweise oder volle Erwerbsminderung?

Beträgt die Leistungsfähigkeit weniger als sechs Stunden, aber mehr als drei Stunden täglich, liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor. Gibt es allerdings keine entsprechende Möglichkeit für eine Teilzeitarbeit, besteht in diesen Fällen oft auch Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente.

Rente versteuern?

Die Regeln zur Rentensteuer, also zur Rentenbesteuerung, führen dazu, dass viele Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen. Für wen das gilt, lässt sich mit einer einfachen Berechnung feststellen.

Ob Steuern auf die Rente gezahlt werden müssen, ist zum einen von der Rentenhöhe abhängig und zum anderen davon, welche und wie viele Einkünfte neben der Rente erzielt werden.

Alle, die bis Ende des Jahres 2005 Rentner geworden sind, müssen 50 Prozent ihrer Rente versteuern. Die andere Hälfte ist und bleibt dauerhaft steuerfrei, als "persönlicher Rentenfreibetrag" für die gesamte Zeit des Rentenbezugs.

Wichtig zu wissen ist, dass dies nur für den Eurobetrag gilt, nicht für den prozentualen Anteil.

All diejenigen, die ab dem 1. Januar 2016 Rentner geworden sind, haben einen geringeren prozentualen Anteil an Rentenfreibetrag. Pro Jahrgang sinkt der Freibetrag um 2 Prozent. Wer 2006 in Rente ging, hat nur noch einen Freibetrag von 48 Prozent, muss also 52 Prozent versteuern. Die 48 Prozent, genauer: die Summe in Euro, der 2006 die 48 Prozent entsprachen, bleiben als Freibetrag lebenslang steuerfrei.

Für Personen, die ab dem Jahr 2040 Rentner werden, wird die komplette Rente steuerpflichtig sein.

Der einmal festgelegte Steuerfreibetrag der Rente gilt auch für Zahlungen aus berufsständischen Versorgungswerken, für Witwen-, Waisen- und Erwerbsminderungsrenten.

Wir erklären die Voraussetzungen der Steuerpflicht für Rentner und stellen insbesondere die unterschiedlichen Freibeträge im Detail vor.

Krankenversicherung der Rentner

Die Krankenversicherung der Rentner ist ein Thema, das viele Fallstricke in sich birgt. Es gibt gravierende Unterschiede hinsichtlich der Beiträge, die man an die Krankenkasse zahlen muss, je nachdem, ob man in der KVdR pflichtversichert oder ob man sich freiwillig bei einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung gegen Krankheit absichern muss.

Die KVdR gewährleistet den Rentnern der gesetzlichen Rentenversicherung den Krankenversicherungsschutz. Durchgeführt wird sie von den gesetzlichen Krankenkassen. Rentner erhalten die gleichen Leistungen, die auch die übrigen Mitglieder der Krankenkasse bekommen.

In der Krankenversicherung der Rentner wird pflichtversichert, wer neben seinem Rentenanspruch die Vorversicherungszeit erfüllt. Das bedeutet, er muss seit der erstmaligen Aufnahme der Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung wenigstens 9/10 der zweiten Hälfte dieses Zeitraums eine in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied gewesen sein, als Pflichtmitglied, als freiwilliges Mitglied oder im Rahmen der Familienversicherung.

Diejenigen, die die Voraussetzungen für die KVdR nicht erfüllen, können sich in der Regel freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiterversichern.

Rentenantrag

Die gesetzliche Rente wird nur auf Antrag gezahlt.

Mit dem Rentenantrag wird das Rentenverfahren beim zuständigen Rentenversicherungsträger eingeleitet. Der Rentenantrag kann formlos gestellt werden. Besser ist es, denn Rentenantrag auf dem dafür vorgesehenen Antragsvordruck zu stellen, da so die Entscheidung über den Rentenantrag beschleunigt wird.

Dem Rentenantrag müssen alle notwendigen Versicherungsunterlagen für die Zeiten beigelegt werden, die im Versicherungsverlauf noch nicht aufgeführt sind. In Betracht kommen Nachweise über Ausbildungszeiten und über Arbeitslosigkeit und Krankheitszeiten, Geburtsurkunden der Kinder, der Lehrvertrag und Gesellenbrief oder ähnliches; auch wenn die Lehre abgebrochen oder die Prüfung nicht bestanden wurde.

Außerdem sind die Steueridentifikationsnummer, die IBAN, der Personalausweis oder Reisepass sowie die Chipkarte der Krankenkasse vorzulegen.

Der Rentenantrag sollte ca. drei Monate vor Erreichen des entsprechenden Lebensalters gestellt werden. Andernfalls ist ein nahtloser Übergang zwischen Beschäftigung und Rente nicht gewährleistet.

Eine verspätete Antragstellung kann zu einem späteren Beginn der Rentenzahlung führen.

Hinzuverdienst

Nur neben der Altersrente kann man unbeschränkt hinzuverdienen. Doch wo liegen die Grenzen für den Hinzuverdienst bei den anderen Rentenarten? Mit welchen Abzügen von der Rente muss man bei einem Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze rechnen? Das und mehr wird unter dem Stichwort Flexirente erklärt.

Hinterbliebenenrente bzw. Witwenrente

Wenn der Ehe- oder eingetragener Lebenspartner Rentner war, kann man innerhalb von 30 Tagen nach seinem Tod bei der Deutschen Post AG mit dem dort zu erhaltenden Formular ein Vorschuss auf die Witwen- oder Witwerrente beantragt werden. Voraussetzung ist die Vorlage der Sterbeurkunde.

Dieser Vorschuss wird Sterbevierteljahr genannt und er beträgt das Dreifache der für den Sterbemonat gezahlten Rente. Er wird auf die spätere Witwenrente angerechnet.

Dem Antrag auf Vorschuss muss unbedingt der formelle Rentenantrag auf die Hinterbliebenenrente bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger folgen.

Es wird zwischen der großen und der kleinen Witwenrente unterschieden.

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Rentenerhöhung

Die gesetzliche Rente wird jährlich zum 1. Juli an die Entwicklung der Löhn und Gehälter angepasst. Damit können die Rentner jedes Jahr mit einer Rentenerhöhung in unterschiedlichem Ausmaß rechnen.