Rentenanpassung 2015

Die Rentner in Deutschland können im Jahr 2015 mit einer spürbaren Rentenerhöhung von etwa 2 Prozent rechnen. Die Rentenanpassung 2015 wird zwar deutlich niedriger liegen, wie noch 2013 prognostiziert, aber höher als die aktuelle Inflationsrate. Die gute Konjunktur und die steigenden Löhnen sind die Hauptursachen für die Rentenerhöhung.

Im Osten wird die Rentenerhöhung aufgrund der günstigeren Lohnentwicklung höher ausfallen als im Westen.

Die für die Rentenanpassung relevanten Daten liegen seit Frühjahr 2015 vor. Nun kann die genaue Höhe der Rentenanpassung genannt werden.

Die Rentenanpassung wird 2015 allerdings aufgrund eines statistischen Einmaleffekts etwa um knapp 1 Prozent niedriger ausfallen, als ohne diesen Effekt. Es handelt sich dabei um EU-Vorgaben, die eine Revision der Beschäftigungsstatistik erfordern. So müssen bestimmte Beschäftigte im Niedriglohnbereich in die Statistik aufgenommen werden. Das drückt auf die für die Rentenerhöhung maßgebenden zentralen Gehälter.

Basis der Rentenanpassung 2015

Die jährliche Rentenanpassung orientiert sich in erster Linie an der Entwicklung der Bruttolöhne, und zwar getrennt berechnet für die westlichen und östlichen Bundesländer. Weiter spielen Veränderungen des Beitragssatzes eine Rolle. Für 2015 ist der Zeitraum der beiden Vorjahre maßgeblich. Hier hat es keine Änderung gegeben. Schließlich ist auch das Verhältnis von Beitragszahlern und Rentnern maßgeblich für die Rentenanpassung. Für 2015 sind hier ebenfalls nur minimale Änderungen feststellbar.

Für die Rentenanpassung 2015 ist ausnahmsweise ein weiterer Faktor maßgeblich, nämlich eine Veränderung der Statistik, die auf EU-Vorgaben beruht: Das Niveau der Durchschnittslöhne nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wird um 0,9 Prozent niedriger ausgewiesen. Denn in die Statistik fließen nun Beschäftigte mit niedrigerem Lohn ein, etwa Menschen mit Behinderung in Werkstätten. Durch diesen Effekt fällt die Rentenerhöhung im Jahr 2015 um ca. einen Prozent niedriger aus, als das normalerweise der Fall gewesen wäre.

Dies wird mit der Rentenerhöhung 2016 wieder ausgeglichen, denn langfristig ist nicht die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung maßgebend, sondern die tatsächlichen beitragspflichtigen Löhne.

2015 steigen die Renten wie folgt:

In Westdeutschland erfolgt eine Rentenerhöhung um 2,1 Prozent, im Osten Deutschlands um 2,5 Prozent. Bei einer Monatsrente von 900 Euro bedeutet dies eine Anpassung von brutto 18,90 Euro im Westen und 22,50 Euro im Osten.

Die Rentenerhöhung 2015 ist damit höher, als Ende letzten von der Deutschen Rentenversicherung prognostiziert wurde. Die Rentenanpassung wird auch nicht durch die Inflation beeinträchtigt, denn diese betrug zuletzt minus 0,1 Prozent.

Ende April 2015 hat die Bundesregierung die o.g. Erhöhung der Renten zum 1. Juli 2015 beschlossen.

Die Rentenerhöhung für das Jahr 2015 ist nunmehr durch Rechtsverordnung der Bundesregierung und Zustimmungsbeschluss des Bundesrates vom 12. Juni 2015 besiegelte Sache. Zum 1. Juli2015 erhöhen sich die Altersbezüge Rentner in den neuen Ländern um 2,5 und in den alten Ländern um 2,1 Prozent. Der Beschluss des Bundesrates wird der Bundesregierung zugestellt, und diese setzt dann ihre Rechtsverordnung in Kraft.

Beiträge zur Rentenversicherung

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird 2015 von gegenwärtig 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent sinken. Das ist eine Entlastung von durchschnittlich 35 Euro monatlich. Die Bundesregierung will den Automatismus zur Beitragssenkung nicht noch einmal wie 2014 per Gesetz außer Kraft setzen, um die schwächelnde Konjunktur zu stützen. Bis 2018 dürfte der Beitragssatz nach Schätzungen stabil bleiben. 2019 könnte er auf 19,1 Prozent ansteigen.

In Deutschland gibt es etwa 20 Millionen Rentner.