Was versteht man unter der Flexi-Rente?

Die Bundesregierung will Arbeitnehmern fließende Übergänge in die Rente erleichtern. Wer bereits mit 63 Jahren in Teilrente geht, soll mehr vom Zuverdienst behalten können.

Außerdem soll es attraktiver werden, nach Erreichen des regulären Rentenalters zusätzlich zur Rente etwa in Teilzeit weiterzuarbeiten. Menschen sollen ermutigt werden, länger im Beruf zu bleiben; Fachkräfte sind gesucht.

Die Regierung will nicht die Rente mit 67 aushebeln und keine Anreize für die Frühverrentung geben. Es soll folgendes erreicht werden:
- längeres Arbeiten soll ermöglicht werden,
- längeres Arbeiten soll belohnt werden,
- der Übergang von Arbeit zum Rentnerdasein soll fließender gestaltet werden.

Mittel dazu sind auch eine Stärkung der Prävention und Reha.

Gegenwärtige Rechtslage

Bei einer Teilrente mit 63 wird die Rente ab einer Zuverdienstgrenze von 450 Euro stark gekürzt. Je nach Höhe des Zuverdienstes sinkt sie auf bis zu einem Drittel der Vollrente.

Neue Regelung

Solche Stufen sollen künftig entfallen. Stattdessen soll oberhalb von 450 Euro 40 Prozent des Zuverdienstes von der Rente abgezogen werden.

Im vergangenen Jahr waren von mehr als 800.000 Arbeitnehmern, die in die Altersrente gingen, nur etwas mehr als 2.000 Teilrentner.

Arbeiten jenseits der Regelaltersgrenze

Auch das Arbeiten über die Grenze für die Regelaltersrente (gegenwärtig 65 Jahre und 4 Monate) soll sich stärker auszahlen. Die Arbeitnehmer sollen hierfür Rentenbeiträge zahlen können, die dann zu einer Steigerung der Rente führen. Gegenwärtig zahlen Arbeitgeber bei der Beschäftigung eines Altersrentners den Arbeitgeberanteil, ohne das sich für den Betroffenen rentensteigernd auswirkt.

Entlastung von Unternehmen

Unternehmen, die Menschen über das Rentenalter hinaus beschäftigen, werden entlastet. Bisher müssen sie 1,5 Prozent des Lohns in die Arbeitslosenversicherung zahlen, das wird entfallen.

Langzeitarbeitslose: Rentner wider Willen

Langzeitarbeitslose sollen nicht mehr unbedingt gegen ihren Willen in Frührente geschickt werden dürfen. Gegenwärtig können Hartz-4-Bezieher vorzeitig und also mit Abschlägen vom Jobcenter in Rente geschickt werden, auch wenn sie dadurch auf Dauer auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind.

Wie funktioniert die Flexi-Rente?

Die Menschen in Deutschland sollen länger arbeiten, also später in Rente gehen. Dafür sind jetzt Hindernisse für ältere Arbeitnehmer abgebaut worden, und zwar in Form der sogenannten Flexi-Rente.

Anfang 2000 arbeiteten in Deutschland 20 Prozent der 60- bis 64-Jährigen. Im Jahr 2010 waren es 41 Prozent, 2014 sogar 53 Prozent. Um ältere Menschen möglichst lange im Erwerbsleben zu halten, ist der Übergang in den Ruhestand flexibler ausgestaltet worden.

Zentrales Instrument soll eine vorgezogene Teilrente sein, die mit Teilzeitarbeit kombiniert werden kann. Bisher griffen, wenn mehr als 450 Euro zur Frührente hinzuverdient wurde, feste individuell berechnete Hinzuverdienstgrenzen. Je nach Höhe sank die Teilrente dann auf zwei Drittel, die Hälfte oder ein Drittel der Vollrente.

Nun sind die festen Grenzen gefallen. Wird eine Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Jahr überschritten, werden 40 Prozent des Betrages darüber von der Rente abgezogen.

Beispiel Berechnung Flexi-Rente

So werden beispielsweise bei einem Hinzuverdienst von 18.000 Euro pro Jahr 390 Euro von der Rente abgezogen; der die 6.300-Euro-Grenze übersteigende Betragt liegt bei 11.700 Euro, pro Monat also bei 975 Euro. Davon 40 Prozent sind 390 Euro. Würde die Vollrente 1.200 Euro betragen, so käme man auf eine Teilrente von 810 Euro.

Ab wann gilt die Flexi-Rente?

Die neuen Regelungen sind zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten.