Private Rente mit staatlicher Förderung

Eine Riesterrente ist im Grunde eine privat finanzierte Rentenversicherung, die vom Staat gefördert wird.

Das bedeutet, man zahlt einen bestimmt Betrag in die private Rentenversicherung ein. Um die staatliche Förderung zu erhalten, müssen jährlich wenigstens 60 Euro eingezahlt werden.

Die staatliche Förderung ist entweder ein Steuervorteil (vorteilhaft für Personen mit hohem Einkommen) oder aber ein finanzieller Zuschuss (vorteilhaft bei Personen mit geringerem Einkommen).

Höhe der Zulage

Die staatliche Zulage setzt sich zum einen aus der Grundzulage und zum anderen aus der Kinderzulage zusammen. Die Grundzulage beträgt 154 Euro jährlich. Für jedes Kind gibt es 300 Euro. Sind die Kinder im Jahr 2008 oder davor geboren, so beträgt die Kinderzulage nur 185 Euro jährlich.

Wann wird die Riesterrente ausgezahlt?

Die Auszahlung der Riesterrente ist grundsätzlich mit dem Beginn der gesetzlichen Altersrente verknüpft. Nur bei Altverträgen ist also eine Auszahlung bereits ab dem 60. Lebensjahr möglich. In Zukunft wird die Regel eine Auszahlung ab dem 67. Lebensjahr sein. Allerdings sehen viele Verträge die Auszahlung erst später als mit 67 Jahren vor.

Bezieht man eine Erwerbsminderungsrente, so kann man ebenfalls die Riesterrente ausgezahlt erhalten.

Per Antrag ist es möglich, die Auszahlung zu verschieben, so dass der Riester-vertrag nicht mit Beginn der gesetzlichen Rente ausgezahlt werden muss. Allerdings fällt die staatliche Förderung mit Beginn der gesetzlichen Rente weg. Man erhält lediglich noch Zinsen auf das eingezahlte Kapital.

Wer zahlt?

Die Riesterrente wird durch den jeweiligen Anbieter ausgezahlt, bei dem man den Riestervertrag abgeschlossen hat. Das können Banken, Versicherungen oder auch Fondsgesellschaften sein.

Modalitäten

Die R-Rente wird grundsätzlich in monatlichen Raten gezahlt. Möglich ist – je nach Vertragsvereinbarung – auch eine jährliche, halbjährliche oder vierteljährliche Auszahlung.

Falls vereinbart, kann einmalig ein größerer Teilbetrag (maximal 30 Prozent des angesparten Kapitals) zu Anfang der Auszahlphase ausgezahlt werden. Diese Summe muss voll versteuert werden. Man muss den Antrag hierfür rechtzeitig stellen, sich dies aber gut überlegen, weil die späteren monatlichen Raten entsprechend geringer ausfallen.

Wird die Geringfügigkeitsgrenze von derzeit knapp 27 Euro pro Monat nicht erreicht, hat man also nur sehr wenig in den Riestervertrag eingezahlt, so wird das angesparte Kapital in einer Summe und nicht als Rente ausgezahlt.

Es hängt vom jeweiligen Anbieter ab, wie die Auszahlung erfolgt:

Hat man einen Riester-Banksparplan vereinbart, so wird entweder als sofort beginnende lebenslange Rente ausgezahlt oder aber als Kombination aus Bankauszahlplan bis zum 85. Lebensjahr und erst anschließender lebenslanger Rente.
Bei einer Versicherung oder einem Investment-Fond gibt es fast nur eine sofort beginnende lebenslange Rente.
Hat man bei einer Bausparkasse abgeschlossen, so wird die Rente zum Tilgen des Bauspardarlehens verwendet.

Verwandte von einem Riester-Sparer fragen sich, ob sie das angesparte Kapital bekommen und was mit der staatlichen Förderung geschieht, wenn der Riester-Sparer verstorben ist.

Die Antwort auf diese Frage hängt vom den Vertragsbedingungen, dem Riester-Produkt (Rentenversicherung, Fond- oder Banksparplan) und dem Todeszeitpunkt ab.

Riester-Rente vererbbar

Grundsätzlich ist die Riester-Rente vererbbar. Meist dürfen Erben die staatliche Förderung nicht behalten. Der Anbieter zahlt das Vermögen abzüglich der staatlichen Zulagen und der Steuervorteile aus.

Ausnahme: Ehepartner können das Vermögen inklusive der Förderung bekommen. Dafür müssen sie das angesparte Kapital auf einen eigenen Vertrag übertragen lassen. Das kann ein bestehender oder neu abgeschlossener Vertrag sein. Dann fällt in der Regel auch keine Erbschaftsteuer an. Das Vermögen muss dann aber auch für die eigene Altersvorsorge genutzt werden. Will der Ehepartner das Vermögen des Verstorbenen nicht dafür nutzen, kann er nur das Restvermögen erben, also das Kapital ohne Zulagen und die Summe der Steuervorteile, die der verstorbene Partner erhalten hat.

Rentengarantiezeit vereinbaren

Bei einer Riester-Rentenversicherung kann man eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Stirbt der Versicherte vor deren Ablauf, erhält der Ehepartner die Rente, jedoch nur bis zum Ende der Garantiezeit. Hat der Versicherte hingegen nichts vereinbart oder stirbt nach der vereinbarten Garantiezeit, bekommen seine Erben keine Leistungen.

Hinterbliebenenrente

Wenn der Versicherte eine Hinterbliebenenrente mit dem Anbieter abgeschlossen hat, so gehen die eingezahlten Beiträge sowie Überschüsse an die Kinder oder den Ehepartner. Der Versicherer zahlt die Rente dann ohne Abzug der staatlichen Förderung nach dem Tod des Versicherten aus. Ohne eine solche Vereinbarung fällt das Restkapital an den Versicherer und die Erben gehen leer aus. Der Hinterbliebenenschutz kostet allerdings Geld und schmälert die Rente. Zudem gibt es diese Möglichkeit nicht bei Riester-Fonds und Banksparplänen. Eine Alternative der finanziellen Absicherung der Familie kann eine Risikolebensversicherung sein.

85-Jahres-Grenze

Beim Banksparplan oder beim Fondssparen erhält der Erbe das angesparte Kapital nur, wenn der Riester-Sparer beim Todeszeitpunkt jünger als 85 Jahre ist. Danach wird der Banksparplan automatisch in eine Riester-Rentenversicherung umgewandelt. Diese lebenslange Rente können die Erben nicht mehr beanspruchen. Hat er keinen Riester-Vertrag im Programm, kann der Ehepartner ein anderes zertifiziertes Produkt wählen. Der Anbieter ist nicht dazu verpflichtet, das Vermögen auf einen Vertrag des Hinterbliebenen zu übertagen. Er muss auch nicht die gleichen Konditionen anbieten –etwa einen guten verzinslichen Garantiezins.

Ombudsmann

Gibt es Streitigkeiten zwischen Erben und Versicherer, können sich diese an den Ombudsmann für Versicherungen, für Investmentfonds oder für die Bank wenden.