Rentenzeiten

Für die spätere Rente werden nicht nur die Zeiten berücksichtigt, in denen man selbst Beiträge entrichtet hat. Auch andere als Beitragszeiten (etwa Zeiten der Ausbildung) werden berücksichtigt.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die für Ihre Rente wichtigsten Zeiten.

Ausbildungszeiten

Zeiten einer Berufsausbildung werden ohne weiteres berücksichtigt. Gleiches gilt für Zeiten, die an Fachschulen oder während der Teilnahme an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zurückgelegt worden sind.

Kindererziehungszeiten

Für Geburten vor dem Jahr 1992 wird ein Jahr auf dem Rentenkonto gutgeschrieben, für Geburten ab 1992 werden 3 Jahre gutgeschrieben. Eine Zeitgutschrift wird immer mit dem Rentenbeitrag berücksichtigt, der im Durchschnitt von allen Beitragszahlern erzielt worden ist. Es wird also so getan, als hätte man während dieser Zeit so viel verdient, wie der Durchschnitt der Beitragszahler. Der Staat zahlt für diese Zeitgutschrift die Beiträge auf das Rentenkonto.

Krankheitszeiten

Zeiten einer längeren Krankheit, also einer Erkrankung, die länger als 6 Wochen gedauert hat, wirken sich ebenfalls auf das Rentenkonto aus. Wenn die Zeit der Lohnfortzahlung abgelaufen ist, erhält man von der Krankenkasse Krankengeld. Die Krankenkasse behält hiervon den Arbeitnehmer-Anteil ein und zahlt in die Rentenkasse ein. Gleiches gilt bei einer Kur.

Zeiten der Arbeitslosigkeit

Erhält man von der Arbeitsagentur Arbeitslosengeld, so werden von der Arbeitsagentur auch Beiträge auf das Rentenkonto gezahlt. Gleiches gilt, wenn man eine von der Arbeitsagentur finanziert Umschulung macht oder Unterhaltsgeld oder Überbrückungsgeld von der Arbeitsagentur erhält.

Pflege von Angehörigen

Pflegt man nahe Angehörigen, so werden von der Pflegeversicherung des Gepflegten Beiträge in die Rentenversicherung gezahlt. Die Höhe ist unterschiedlich und richtet sich nach der Pflegestufe, in die der Angehörige eingruppiert worden ist. Diese Regelung gilt allerdings erst ab dem 1. April 1995.

Beitragsfreie Zeiten

Beitragsfreie Zeiten können ebenfalls bei der Berechnung der späteren Rente zählen. In diesen Zeiten wurden zwar keine Rentenbeiträge entrichtet, aber die zugrundeliegenden Lebensumstände sollen nach dem Willen des Gesetzgebers nicht zu einer Lücke im Versicherungsverlauf führen. Solche zu berücksichtigen Zeiten werden Anrechnungszeiten, Ersatzzeiten oder Berücksichtigungszeiten genannt.

Wartezeiten

Die Erfüllung einer Wartezeit ist Voraussetzung für einen Rentenanspruch. Es sind Zeiten auf dem Rentenkonto, die vorhanden sein müssen, damit man eine Rente bekommt. Wartezeiten können durch Beitragszeiten oder durch Anrechnungszeiten ausgefüllt werden.

Die wichtigste Wartezeit ist die die Fünf-Jahre-Wartezeit. Nur wer fünf Jahre Rentenzeiten auf seinem Versicherungskonto vorweisen kann, hat einen Anspruch auf die reguläre Altersrente 67 Jahren oder mit 65 plus.

Die Wartezeit von 35 Jahren ist Voraussetzung für eine Rente für langjährig Versicherte und schwerbehinderte Menschen.

Die Wartezeit von 15 Jahren ist Voraussetzung für die Altersrente nach Arbeitslosigkeit und für die Altersrente für Frauen.

Die 45 Jahre Wartezeit gilt für die neue Altersrente für langjährig Versicherte, die noch weitere Voraussetzungen erfüllen.

Berücksichtigungszeiten

Berücksichtigungszeiten sind Zeiten, die mit besonders festgelegten Beiträgen für die Rente zu Buche schlagen. Hierzu zählen die Zeiten der Kindererziehung zwischen dem ersten, dritten und dem 10. Lebensjahr des Kindes. Außerdem gibt es Berücksichtigungszeiten für diejenigen, die sich vom 1. Januar 1992 bis zum 31. März 1995 um pflegebedürftige Angehörige gekümmert haben und in dieser Zeit keine eigenen Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben.

Anrechnungszeiten

Als Anrechnungszeiten bezeichnet man solche Zeiten, in denen keine Berufstätigkeit vorlag. Sie werden als Wartezeiten gewertet. Beispiel hierfür sind die Zeiten der Arbeitslosigkeit, Krankheit, wenn Arbeitslosengeld oder Krankengeld gezahlt wurde. Wird kein Krankengeld mehr gezahlt, ist man also ausgesteuert, so fällt auch die Anrechnungszeit weg. Auch Zeiten der Ausbildung sind Anrechnungszeiten. Gleiches gilt für Perioden, in denen Schlechtwettergeld gezahlt wurde (Baugewerbe).

Schwangerschaft

Rentenrechtlich berücksichtigt werden auch die Zeiten des Mutterschutzes, und zwar sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt, obwohl für diese Zeiten von der Krankenkasse keine Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt werden.

Zeiten der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

Erhält man einer Rente wegen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, so gelten diese Zeiten ebenfalls als Anrechnungszeiten. Dies gilt jedoch grundsätzlich nur für Renten ab 1992, wenn die Rente vor dem 55. Oder 60. Lebensjahr begonnen hat. Ansonsten sind weiter Voraussetzungen zu erfüllen.

Andere Zeiten

Zeiten, die in den obigen Ausführungen nicht erwähnt wurden, können durch freiwillige Beitragszahlungen rentenwirksam gemacht werden. Freiwillige Beiträge können aber nur bis zum 31. März des folgenden Jahres gezahlt werden. Es reicht die Zahlung des Mindestbeitrags aus.