Wie muss die Rente versteuert werden?

Steuerpflicht für Rentner

Jede Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegt dem Grundsatz nach der Steuerpflicht. Dennoch müssen nicht alle gesetzlichen Renten versteuert werden.

Es besteht eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung für jeden Rentner. Diese entfällt erst dann, wenn mehrere Jahre lang festgestellt wurde, dass keine Steuern anfallen, kann eine Nicht-Veranlagung beim Finanzamt beantragt werden. Die Steuererklärung muss spätestens bis zum 31. Mai für das vorherige Kalenderjahr beim Finanzamt eingegangen sein.

Dem Grunde nach mussten Rentner bereits vor der Rentenreform Steuern zahlen. Es gab jedoch hohe Freibeträge mit der Folge, dass im Regelfall für Altersrenten in üblicher Höhe keine Steuern anfielen.

Seit dem Jahr 2005 gibt es die neue Rentensteuer. Hiernach muss wenigstens die Hälfte der Rente versteuert werden. Das bedeutet, dass der steuerpflichtige Teil der Rente zu den anderen Einkünften hinzugezählt wird und so die Einkommenssteuer nach den üblichen Grundsätzen ermittelt wird.

Das Alters-Einkünftegesetz, das die Besteuerung (auch) der Renten vorsieht, geht auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zurück, das die steuerliche Ungleichbehandlung von Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten moniert hatte. Erstere wurde voll versteuert, letztere nicht.

Da Rentner als Arbeitnehmer bereits Einkommenssteuer auf ihr Gehalt, von dem die Rentenbeiträge gezahlt wurden, entrichtet haben, besteht keine volle Steuerpflicht für die Renten. Ansonsten würden die Einkommen doppelt besteuert werden.

Die Höhe des Steuersatzes ist vom Zeitpunkt des Renteneintritts abhängig. Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz um 2 Prozent.

Rentner sind also seit dem Jahr 2005 mit mindestens 50 Prozent in weit größerem Umfang steuerpflichtig, als davor. Bis dato waren es ja nach Rentenart nur 10 bis 32 Prozent.

Höhe der Steuerpflicht abhängig vom Renteneintrittsjahr

Bei erster Rentenzahlung i m Jahr 2006 war der steuerpflichtige Anteil bereits auf 52 Prozent gestiegen. Auf 70 Prozent der Rente greift der Fiskus dem Grund nach zu, wenn im Jahr 2015 der Ruhestand begonnen oder die Minderung der Erwerbsfähigkeit eingetreten war. Bei Rentenbeginn im Jahr 2016 sind es 72 Prozent dem Grund nach.

Freibetrag bleibt lebenslang gleich

Der ermittelte steuerfreie Betrag der Rente (in Euro, nicht als Prozentsatz) bleibt für die Zukunft dann jedoch immer gleich. Der steuerpflichtige Teil der Rente steigt hingegen durch die jährlichen Rentenerhöhungen von Jahr zu Jahr. So ist es auch möglich, dass man bei Rentenbeginn mit der Rente noch steuerfrei war, durch die Rentenerhöhungen dann über die steuerfreie Grenze rutscht. Das kann auch erst nach einigen Jahren der Fall sein.

Der jeweilige Steuersatz von 50 bis aktuell (2016) 72 Prozent gilt also lebenslang für sämtliche Renten. Sind also 72 Prozent der Rente steuerpflichtig, so bleiben die restlichen 28 Prozent steuerfrei, und zwar ebenfalls lebenslang. Von 1000 Euro Altersrente werden 720 Euro besteuert, 280 Euro bleiben steuerfrei. Dieser Freibetrag von 280 Euro bleibt und erhöht sich auch dann nicht, wenn es Rentenerhöhungen gegeben hat.

Der mit dem Renteneintritt in Euro errechnete Freibetrag verändert sich während des zukünftigen Rentenbezugs nicht, er erhöht sich also nicht.

Die wachsende Steuerpflicht gilt nur für die gesetzlichen Renten, nicht für gesetzliche Unfallrenten oder Renten aus einer privaten Lebensversicherung.

Weitere Freibeträge

Die Freibeträge für die Einkommenssteuer (und damit auch für die Rente) sind für Arbeitnehmer und Rentner gleich. Jedem Bundesbürger stehen steuerliche Freibeträge zu, etwa der Grundfreibetrag, also das Existenzminimum in Höhe von 8.652 Euro jährlich, bei Verheirateten 17.304 Euro (Wert 2016).

Das bedeutet, dass nur steuerpflichtige Einkünfte, die die Grundfreibeträge übersteigen, zu einer Steuerzahlung führen.

Hat der Rentner weitere steuerpflichtige Einnahmen, etwa aus Untervermietung oder aufgrund von Zinseinkünften oberhalb von 801 Euro pro Jahr (Ehepaar: 1.602 Euro) oder weil der Ehepartner noch arbeitet, so kann leicht eine Steuerpflicht eintreten.

Weitere Steuersparmöglichkeiten

Von gesetzlichen Unfallrenten müssen keine Steuern gezahlt werden(s.o.).

Private Unfallrenten werden nach ihrem Ertragsanteil bevorzugt besteuert. Vom steuerpflichtigen Teil der Rente werden zunächst Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen, soweit sie vom Rentner getragen wurden.

Behindertenfreibetrag sowie Arbeitnehmerfreibetrag in Höhe von mindestens 1000 Euro, falls noch ein steuerpflichtiger Arbeitsverdienst erzielt wird, sind weitere Sparmöglichkeiten bei der Steuer.

Auch die Beiträge zu einer Haftpflichtversicherung und Spenden mindern das steuerpflichtige Einkommen.

Auch mittels "haushaltsnahen Dienstleistungen" sowie Handwerkerleistungen in der eigenen Wohnung kann Steuer gespart werden. 20 Prozent er Lohn- und Fahrtkosten bis zu bestimmten Maximalbeträgen (1200 Euro für Handwerkerarbeiten und 4000 Euro für haushaltsnahe Dienstleistungen) werden von der Steuerschuld abgezogen.

Altersentlastungsbetrag für mindestens 65-Jährige

Der Altersentlastungsbeitrag reduziert Arbeitseinkommen und andere Nebeneinkünfte (Zinsen, Mieten). Er betrug im Jahr 2015 24 Prozent solcher Nebeneinkünfte, maximal 1140 Euro.

Fazit

Über den Daumen gerechnet lässt sich sagen, dass die Steuerpflicht ab einem Einkommen von 19.000 Euro für Singles und von 35.000 Euro für Verheiratete Wirkung zeigt.

Tabelle: Höhe des Steuersatzes für Renten

Rentenbeginn Prozentualer Steueranteil
2005 50
2006 52
2007 54
2008 56
2009 58
2010 60
2011 62
2012 64
2013 66
2014 68
2015 70
2016 72
2017 74
2018 76
2019 78
2020 80
... ...
2040 100

Befreiung von der Steuerpflicht

Hat man über mehrere Jahre keine Steuern gezahlt, so kann man eine Befreiung von der Veranlagung beantragen, eine sogenannte Nicht-Veranlagung. Das Finanzamt stellt dann eine entsprechende Bescheinigung aus.

Betriebsrente und Steuern

Ob eine Betriebsrente zu versteuern ist, hängt von ihrer Art ab. Rentenbeträge aus einer Direktversicherung sind voll steuerpflichtig, weil die Einzahlung ohne steuerlichen Abzug erfolgte. Auch eine Direktzusage des Arbeitgebers ist voll steuerpflichtig, weil es sich wertmäßig um nachgezahltes Gehalt handelt.

Steuererklärung und Finanzamt

Alle Einkünfte werden seit 2008 unter der Steuer-Identifikationsnummer verbucht.

Das Finanzamt bekommt deshalb durch einen Datenabgleich mit Rentenversicherungsträgern, Versicherungen und Banken Kenntnis von gesetzlichen oder Betriebsrenten.

Wer als Rentner also Einkommen von mehr als 18.000 Euro hat, sollte eine Steuererklärung abgeben, um nicht in den Verdacht einer Steuerhinterziehung zu geraten. Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung.

In dieser Steuererklärung müssen neben der Rente alle Einkünfte angegeben werden. Das gilt auch für jeden noch so geringfügigen Nebenjob. Auch die Einkünfte aus Vermietung sind anzugeben.

Beamten-Pensionen

Seit 2005 sinken der Versorgungs- und der Altersentlastungsfreibetrag jährlich. 2040 werden sie ganz weggefallen sein. Außerdem ist der Arbeitnehmer-Pauschalbetrag von 920 Euro für Pensionäre abgeschafft worden. Für Pensionäre gibt es nur noch den allgemeinen Werbungskosten-Pauschalbetrag.

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