Regel-Altersrente

Bei der Regel-Altersrente ist ein in der Höhe unbegrenzter Hinzuverdienst zur Rente möglich.

Sonstige Renten

Bei den sonstigen Renten beträgt die Zuverdienstgrenze 450 Euro. Ausnahmen bestehen bei der Ewerbsminderungsrente, da diese ja gerade nur gezahlt wird, wenn man gesundheitliche Einschränkungen hinsichtlich der Erwerbsfähigkeit nachgewiesen hat. Arbeitet man bei einer EM-Rente mehr als 15 Stunden in der Woche, so wird geprüft, ob die noch eine teilweise oder überhaupt eine Erwerbsminderung vorliegt.

In zwei Monaten im Jahr darf man mehr als 450 Euro verdienen, aber maximal doppelt so viel, also 900 Euro. Maßgebend ist hier das Kalenderjahr.

Was zählt als Zuverdienst?

Zum Zuverdienst wird alles gerechnet, was aus einer Erwerbstätigkeit an Einkommen erzielt wird, insbesondere das Gehalt aus einem abhängigen Arbeitsverhältnis und der Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit.

Kein Zuverdienst sind Einkünfte aus Vermögen, also Zinsen oder Dividenden sowie Mieteinnahmen. Auch Einkünfte aus einer Pflege, die nicht erwerbsmäßig durchgeführt wird, zählen nicht.

Auch kein Zuverdienst stellen Einnahmen dar, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen von dort tätigen Schwerbehinderten erzielt werden.

FAQ: Hinzuverdienst zur Rente

Wer darf zur Rente etwas hinzuverdienen?

Grundsätzlich darf jeder Rentner zu seiner Rente einen Hinzuverdienst haben, sei es durch abhängige Arbeit, also als Arbeitnehmer, sei es durch selbständige Erwerbstätigkeit.

Muss der Rentenversicherungsträger vorher um Erlaubnis gefragt werden?

Nein. Der Rentenversicherungsträger muss hinsichtlich eines Zuverdienstes zur Rente nicht vor Aufnahme der Tätigkeit um Genehmigung gefragt werden. Es besteht jedoch eine Meldepflicht. Man muss den Rentenversicherungsträger über die aufgenommene Nebentätigkeit informieren.

Gibt es eine Hinzuverdienstgrenze?

Es kommt darauf an, was man unter einer Hinzuverdienstgrenze bei der Rente versteht. Grundsätzlich ist es so, dass man in beliebiger Höhe zur gesetzlichen Rente hinzuverdienen kann. Allerdings erfolgt bei den meisten Renten ab einer bestimmten Höhe des Zuverdiensts eine Rentenkürzung.

Unbegrenzt und ohne Rentenkürzung ist ein Hinzuverdienst nur bei der normalen Regel-Altersrente erlaubt. Die Regel-Altersrente liegt bei 65 Jahren plus x Monate (Stichwort: Rente mit 67).

Für alle anderen Renten gibt es Zuverdienst-Grenzen. Dadurch soll verhindert werden, dass Rentner in Konkurrenz zu Arbeitnehmern treten. Es soll niemand mit einer Frührente besser stehen als ein Arbeitnehmer, der bis zu 65 plus x Jahren arbeitet.

Wie hoch ist die Hinzuverdienstgrenze?

Die generelle, rentenunschädliche Hinzuverdienstgrenze liegt bei allen Renten bei 450 Euro pro Monat. Ausgenommen sind die Regel-Altersrente (s.o.) und die Erwerbsminderungsrente.

Die Hinzuverdienstgrenzen im Übrigen sind in Ostdeutschland und Westdeutschland unterschiedlich hoch.

Kann die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro monatlich überschritten werden?

Ja, man darf in zwei Monaten im Jahr mehr als 450 Euro verdienen, allerdings jeweils maximal um das Doppelte. 900 Euro dürfen in diesen beiden Monaten also jeweils nicht überschritten werden.

Wenn hier von Jahr die Rede ist, so ist damit für Rentner, die nach dem Jahr 2000 in Rente gegangen sind, das Kalenderjahr gemeint. Für Rentner, die vor 2000 in Rente gegangen sind, zählt das Rentenjahr, beginnend mit dem Monat, in dem sie erstmals die Rente bezogen haben.

Steigen die Hinzuverdienstgrenzen?

Ja, die Hinzuverdienstgrenzen werden jährlich zum 1. Januar angeglichen. In Ostdeutschland findet darüber hinaus auch zum 1. Juli eine Anpassung statt, wenn die Renten steigen.

Was zählt alles zum Hinzuverdienst?

Zum Hinzuverdienst zählt jedes Einkommen aus Erwerbstätigkeit, egal, ob Grundlage der Tätigkeit ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis als Arbeitnehmer oder eine Selbstständigkeit ist. Bei einer selbstständigen Tätigkeit ist der Gewinn maßgebend.

Einkünfte aus Vermögen zählen nicht als Hinzuverdienst. Das erschließt sich aus dem Sinn der Regelung, die eine Konkurrenz zwischen Rentnern und Erwerbstätigen vermeiden will. Vermögenseinkünfte sind z.B. Zinsen, Dividende, Mieteinnahmen, Gesellschafsanteile.

Einkünfte aus einer nicht erwerbstätigen Pflege zählen ebenfalls nicht zum Hinzuverdienst

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Auch Einkommen, das als Schwerbehinderter in einer Werkstatt für Behinderte Menschen erzielt wird, zählt nicht als anrechenbarer Hinzuverdienst.

Was passiert, wenn die Hinzuverdienstgrenze überschritten ist?

Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, so fällt die Rente an sich nicht weg. Sie wird jedoch nach einer bestimmten Berechnungsformel gekürzt. Es bleiben dann noch drei Viertel, die Hälfte oder ein Viertel der Rente übrig. Ob schließlich eine Viertel- oder Halbrente übrig bleibt, lässt sich nur im Einzelfall beantworten, da die Grenzen für den Hinzuverdienst immer individuell berechnet werden.

Wie wird die Hinzuverdienstgrenze berechnet?

Die Berechnung der Hinzuverdienstgrenze wird immer individuell durchgeführt. Es kommt darauf an, wie viel der Frührentner in den letzten drei Jahren vor der Rente an Erwerbseinkommen bezog. Maßgeblich sind die Entgeltpunkte. Je mehr vor der Rente verdient wurde, desto mehr Entgeltpunkte hat er erworben, desto mehr darf er auch während des Rentenbezugs hinzuverdienen.

Wer vor der Rente weniger als der Durchschnitt verdiente und somit weniger als einen Entgeltpunkt pro Jahr erzielte, darf in Westdeutschland 1.036,88 Euro, in Ostdeutschland 956,42 Euro für eine Drittel-Rente hinzuverdienen. Für die halbe Rente lägen die Grenzen bei 788,03 Euro bzw. 726,88 Euro und für eine Zwei-Drittel-Rente bei 539,18 Euro bzw. 497,34 Euro.