Von der Arbeit in die Rente

Unser Rechtsratgeber zur Altersrente

Die Hinterbliebenenversorgung gliedert sich in die Hinterbliebenen-Rente und in die Waisenrente.

Anspruch

Einen Anspruch auf die Hinterbliebenenrente haben verheiratete Ehepartner, unerheblich, ob sie getrennt leben. Geschiedene Ehepartner haben nur dann einen Anspruch auf Hinterbliebenenrente, wenn die Scheidung vor dem 1. Juli 1977 erfolgt und zudem Unterhaltsansprüche bestehen. Auch eingetragene Lebenspartner haben einen Anspruch.

Rente mit 67

Die Rente mit 67 betrifft auch die Witwen-Rente bzw. die Hinterbliebenenversorgung. Auch werden die Altersgrenzen schrittweise angehoben. Es gilt die gleiche Regelung wie bei der normalen Regelaltersgrenze, allerdings auf das 45. Lebensjahr bezogen.

Nach der bisherigen Rechtslage erhielt man die große Witwenrente mit 45 Jahren. Die Altersgrenze steigt nun ab 2012 jedes Jahr um einen Monat, ab dem Jahr 2024 um 2 Monate. Im Jahr 2029 wird die große Witwenrente dann erst mit 47 Jahre ausgezahlt.

Die Bezugsgröße der Hinterbliebenenversorgung ändert sich hingegen nichts. Sie beträgt 60 Prozent beziehungsweise 55 Prozent je nach Alter und Zeitpunkt der Eheschließung.

Anrechnung von eigenem Einkommen

Eigenes Einkommen des Hinterbliebenen wird angerechnet, sei es in Form von Lohn, Einkünften aus selbständiger Arbeit, Arbeitslosengeld, Übergangsgeld oder einer eigenen Rente. Allerdings gibt es Freibeträge, so dass nie das komplette Einkommen angerechnet wird. Die Freibeträge betragen 742,90 in Westdeutschland und 679,54 Euro in Ostdeutschland. Für jedes Kind gibt es ebenfalls einen Freibetrag, 157,58 Euro bzw. 144,14 Euro (West, Ost).

Wartezeit

Auch die Hinterbliebenenrente erfordert die Erfüllung einer Wartezeit. Sie ist erfüllt, falls der Verstorbene bereits eine Rente bezog. Ist das nicht der Fall, dann müssen bei ihm die Voraussetzungen für eine fünfjährige Wartezeit gegeben sein.

Falls die Wartezeit nicht erfüllt werden kann, so kann der Hinterbliebene die Auszahlung der vom Versicherten eingezahlten Rentenbeiträge verlangen.

Witwenrente

Die Witwenrente als Unterfall der Hinterbliebenenrente wird in zwei Varianten ausgezahlt. Diese Unterscheiden sich in der Höhe der Rente.

Große Witwenrente

Die Witwenrente beträgt 60 Prozent der (Erwerbsminderungs-)Rente des Verstorbenen, bei Ehen, die nach dem 31.12.2001 geschlossen wurden, beträgt sie 55 Prozent. Gleiches gilt für Ehen, die zwar vor dem 1.1.2001 geschlossen wurden, aber einer der Partner nach dem 1.1. 1962 geboren ist. Die Rente kann ab dem 45. Lebensjahr, in Zukunft erst ab dem 47. Lebensjahr bezogen werden.

Kleine Witwenrente

Die Höhe der kleinen Witwenrente beträgt 25 Prozent der Rente wegen voller Erwerbsminderung, die der verstorbene Ehepartner bezogen hätte.

Einen Anspruch hat jeder, der jünger als 45 Jahre ist bzw. diejenigen, die voll erwerbsfähig sind. Ab dem 45. Lebensjahr wird die große Witwenrente gezahlt. Ehepartner, die nach 2001 geheiratet haben, erhalten maximal 24 Monate lang die kleine Witwenrente.

In den ersten drei Monaten nach dem Tod des Versicherten kann der Hinterbliebene – falls der Versicherte bereits eine Rente bezog – diese beanspruchen.

Wiederheirat

Der Anspruch auf Witwenrente erlischt mit einer erneuten Heirat. Der oder die Hinterbliebene hat dann aber einen Anspruch auf eine Abfindung in Höhe von 24 Monatszahlungen.

Stirbt der zweite Ehepartner oder wird die Ehe geschieden, so kann erneut die erste Witwenrente beantragt werden.

Falls sich aus der zweiten Ehe eigene Rentenansprüche ergeben, so werden diese auf die erste, erneut beantragte Witwenrente angerechnet.

Waisenrente

Einen Anspruch auf Waisenrente haben Kinder, eheliche, für ehelich erklärte, Adoptiv-, Stief- und Pflegekinder. Der Anspruch endet mit Vollendung des 18. Lebensjahres oder mit Vollendung des 27. Lebensjahres, wenn eine Ausbildung absolviert wird.

Auch Enkel im Haushalt des Verstorbenen haben einen Anspruch, wenn sie von ihm überwiegend unterhalten wurden.

Krankenversicherung

Ab dem 1. Januar 2017 ist die Krankenversicherung für Bezieher von Waisenrente neu geregelt worden. Ab diesem Zeitpunkt gilt für Waisenrentner eine eigene Versicherungspflicht in der Krankenversicherung in Kombination mit einer für die jeweils betroffene Person zeitlich begrenzten Beitragsfreiheit.

Waisenrentner sind ab den 1. Januar 2017 grundsätzlich in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung versichert, ohne dass sie eine Vorversicherungszeit nachweisen müssen.

Ausgenommen davon sind diejenigen, die vor der Rentenantragstellung privat krankenversichert waren. Für sie gelten weitere Besonderheiten, die bei der jeweiligen Krankenversicherung erfragt werden können.

Die neue Regelung betrifft nicht nur Neurentner, die einen Rentenantrag ab dem 1. Januar 2017 stellen, sondern – ohne Übergangsregelung – auch alle Bestandsrentner, die vor dem 1. Januar 2017 bereits eine Waisenrente bezogen oder einen Rentenantrag gestellt haben.

Bei diesen Versicherungspflichtigen wird die Waisenrente bis zum Erreichen der Altersgrenzen der Familienversicherung (bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres) beitragsfrei gestellt. Die Beitragsfreiheit knüpft ausdrücklich an die Versicherungspflicht als Waisenrentner an. Sie gilt also nicht, wenn für die Waise eine vorrangige Versicherungspflicht nach anderen Vorschriften besteht. Eine vorrangige Versicherungspflicht kann sich beispielsweise aus einem Berufsausbildungsverhältnis ergeben.

Beitragspflichtig sind auch neben der Waisenrente gezahlte Versorgungsbezüge, also Betriebsrenten.

Die jeweilige Krankenversicherung prüft automatisch bei allen versicherten Waisenrentnern, ob die Voraussetzungen der Beitragsfreiheit gegeben sind. Ist das der Fall, so meldet sie die Beitragsfreiheit dem Rentenversicherungsträger und informiert die betroffenen Waisenrentenbezieher.

tipliziert man nun die Entgeltpunkte eines jeden Jahres mit dem Rentenwert und addiert diese Werte, multipliziert sie dann mit dem Zugangsfaktor und dem Faktor der Rentenart so erhält man die Höhe der Rente.