Besondere Fragen ergeben sich, wenn man sich in Altersteilzeit befindet. Nachfolgend finden Sie die Antworten.

Altersteilzeit endet mit Vollendung des 62 Lebensjahres

Wenn die Altersteilzeitvereinbarung mit Erreichen des 62. Lebensjahres endet und man mit Abschlägen in Rente gehen könnte, aber die Rente ab 63 ohne Abschläge in Anspruch nehmen will, so ist dies grundsätzlich möglich.

Man steht vor folgenden Alternativen:

Verlängerung der Altersteilzeit

Man könnte die Altersteilzeit bis zum 63. Lebensjahr verlängern. Das geht allerdings nur, wenn eine solche Verlängerung im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag zugelassen ist. Ist das nicht der Fall, müsste eine Verlängerung der Altersteilzeit, also eine Weiterbeschäftigung, zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einvernehmlich vereinbart werden. Einen Anspruch auf eine Weiterbeschäftigung hat der Arbeitnehmer aber nicht.

Bezug von Arbeitslosengeld

Es ist u. U. auch möglich, nach Ende der vereinbarten Altersteilzeit Arbeitslosengeld zu beziehen.

Ehe diese Möglichkeit gewählt wird, sollten folgende Punkte in Erwägung gezogen werden.

Zu bedenken ist zunächst, dass der Bemessung des Arbeitslosengeldes das während der Altersteilzeit tatsächlich erzielte Teilzeitarbeitsentgelt ohne Aufstockungsbeträge als Basis dient. Es gilt kein Bestandsschutz nach dem Altersteilzeitgesetz. Danach würde sich die Höhe des Arbeitslosengeldes an sich im Störfall nach dem vollen Arbeitsentgelt richten, das ohne die vereinbarte Altersteilzeit gezahlt worden wäre.

Zudem ist unter Umständen mit einer Sperrzeit zu rechnen, weil die Arbeitslosigkeit auf das durch die Altersteilzeitvereinbarung bestimmte Ende des Beschäftigungsverhältnisses zurückzuführen ist. Die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld wird um die Dauer der Sperrzeit reduziert. Beträgt die Sperrzeit 12 Wochen, so wären ein Viertel der Anspruchsdauer verfallen.

45 Jahre Wartezeit für die abschlagsfrei Rente ab 63 bereits im Alter von 62 Jahren erfüllt

Auch wenn die 45 Jahre Wartezeit als Voraussetzung für die abschlagsfreie Rente bereits mit Auslaufen der Altersteilzeit im Alter von 62 Jahren erfüllt sind, kann auch die Rente ab 63 nicht in Anspruch genommen werden, solange die vorgesehene Altersgrenze nicht erreicht ist.

Eine Ausnahme gilt für Versicherte, die in der Zeit vom 1. Januar 1948 bis 31. Dezember 1954 geboren sind und bereits vor dem 1. Januar 2007 in Altersteilzeitarbeit gegangen sind. Sie können aus Gründen des Vertrauensschutzes die Altersrente für langjährig Versicherte schon vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch nehmen. Sie müssen jedoch Abschläge hinnehmen, selbst wenn sie die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt haben. Wie hoch die Abschläge sind, hängt von der jeweiligen Regelaltersgrenze ab.

Altersteilzeit endet mit Vollendung des 64. Lebenjahres

Wenn die Altersteilzeitvereinbarung erst mit dem Erreichen des 64 Lebensjahres endet, man aber nun die Rente ab 63 in Anspruch nehmen will, weil man bereits die 45 Jahre an Wartezeit erfüllt, ist es möglich die Altersteilzeitvereinbarung ein Jahr früher zu beenden.

Das geht allerdings nur dann, wenn eine vorzeitige Beendigung der Altersteilzeit im Tarifvertrag, der Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag vorgesehen ist. Ist das nicht der Fall, kann mit dem Arbeitgeber eine vorzeitige Beendigung vereinbart werden, Auf letzteres besteht jedoch kein rechtlicher Anspruch.

Wenn die Altersteilzeit frühzeitig beendet wird, fallen auch die Aufstockungszahlungen weg. Ist eine Altersteilzeitarbeit im Blockmodell gegeben, so liegt dann zudem ein sogenannter Störfall vor. Das bedeutet, dass das in der Arbeitsphase des Blockmodells aufgebaute Wertguthaben nunmehr nicht mehr vereinbarungsgemäß, also zur kompletten Finanzierung der Freistellungsphase der Altersteilzeit, verwendet werden kann. Der Arbeitgeber ist gehalten, das Wertguthaben abzuwickeln muss. Es wird nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben an den Arbeitnehmer ausgezahlt. Es kann auch sein, je nach den gegebenen arbeitsrechtlichen Regelungen, dass zudem die gezahlten Aufstockungsbeträge vom Auszahlungsbetrag abgezogen werden.

Altersteilzeitvereinbarung endet mit Vollendung des 65. Lebensjahres

Wenn die Altersteilzeit nach den Vereinbarungen erst mit Erreichen des 65. Lebensjahres endet, aber bereits mit 63 die Voraussetzungen für die abschlagsfreie Rente ab 63 vorliegen, muss die Altersteilzeit nicht zwangsläufig vorzeitig beendet werden.

Dass kann allerdings dann der Fall sein, wenn sich aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag vorgesehen ist, dass die Altersteilzeit endet, wenn eine Rente ohne Abschlägen bezogen werden kann. Bei einer Altersteilzeitarbeit im Blockmodell würde eine vorzeitige Beendigung der Altersteilzeit einen Störfall bedeuten, das Wertguthaben müsste abgewickelt werden.

Altersteilzeitvereinbarung endet mit Vollendung des 63. Lebensjahres

Keine abschlagsfreie Rente mit 63

Endet die Altersteilzeit mit Erreichen des 63. Lebensjahres und fehlen dann noch einige Monate für die 45 Jahre Wartezeit der abschlagsfreien Rente mit 63, kann die neue Rente ab 63 Jahren nicht in Anspruch genommen werden, selbst dann nicht, wenn man Abschläge in Kauf nehmen möchte.

Die Rente ab 63 ist eine abschlagsfreie Rente. Es besteht nach dem Gesetz nicht die Möglichkeit, sie vorzeitig und mit Abschlägen in Anspruch zu nehmen. Das wäre ein Widerspruch zum Zweck der rentenrechtlichen Abschläge, die nur dazu dienen, einen rechnerischen Ausgleich unterschiedlicher Rentenbezugszeiten zu erreichen, nicht jedoch dazu, einen Ausgleich bei nicht rechtzeitig erfüllten Voraussetzungen zu schaffen.

Zur Erklärung: Jeder vorzeitige Rentenbezug für bestimmte Personengruppen stellt eine finanzielle Belastung der übrigen Mitglieder der Solidargemeinschaft dar, da schon früher, also vor Erreichen der Regelaltersgrenze Geld bereit gestellt werden muss. Um diesem finanziellen Mehraufwand zu verhindern, wird die Rente bei einem vorzeitigen Renteneintritt vor Erreichen der Regelaltersgrenze durch Abschläge in Höhe von 0,3 % pro Monat des vorgezogenen Rentenbezugs gemindert. Durch diesen Rentenabschlag wird das sich über die gesamte Rentenlaufzeit ergebende Rentenvolumen (als die Summe, die eine Person bis zu ihrem Tod insgesamt als Rente erhält) so beeinflusst, dass es bei durchschnittlicher Lebenserwartung unabhängig vom Rentenbeginn gleich bleibt. Es soll also auch bei einem vorzeitigen Renteneintritt insgesamt nur so viel ausgegeben werden, wie ausgegeben wäre, wenn die Rente erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze ausgezahlt worden wäre.

Option: Rente mit 63 für langjährig Versicherte mit Abschlägen

Wenn also noch einige Monate für die 45 Jahre an Wartezeit für die abschlagsfreie Rente ab 63 fehlen, so kann die man schon seit einiger Zeit bestehende Altersrente für langjährig Versicherte ab 63 mit Abschlägen in Anspruch nehmen. Oder man erwirbt auf die Wartezeit anrechenbarer Zeiten für die noch fehlenden Monate. Dann kann man die abschlagsfreie Altersrente mit 63 beantragen zu können.