Wann hat man als langjährig Versicherter einen Anspruch auf vorgezogene Rente?

Die Rente für langjährig Versicherte ist eine vorgezogene Altersrente für all diejenigen, die lange in die Rentenkasse eingezahlt haben. Die Wartezeit beträgt 35 Jahre. Sie ist von der Rente für besonders langjährig Versicherte abzugrenzen, bei der die Wartezeit 45 Jahre beträgt.

63 plus

Voraussetzung für die Beantragung dieser Rente ist die Erfüllung der Wartezeit und das Erreichen der Altersgrenze von 63 Jahren plus x Monate.

Für die Erfüllung der Wartezeit zählen unterschiedliche Zeiten. Zum einen selbstverständlich die Zeiten, in denen Pflicht- und freiwillige Beiträge eingezahlt wurden, daneben Zeiten der Kindererziehung, der Pflege. Auch Zeiten eines Praktikums oder einer beruflichen Ausbildung gehören dazu.

Zeiten zur Erfüllung der Wartezeit

Zeiten der Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr, Pflege von Angehörigen zwischen 1992 und dem 31. März 1995, Zeiten längerer Krankheit oder Arbeitslosigkeit und die Zeit einer Ausbildung nach dem 17. Lebensjahr werden ebenfalls auf die Wartezeit angerechnet.

Diese zuletzt genannten Zeiten werden nicht bei allen vorgezogenen Altersrenten gleich gewertet. So werden Zeiten der Ausbildung nur mit maximal 8 Jahren anerkannt.

Langjährige Arbeitslose, also solche, die kein Arbeitslosengeld I mehr von der Bundesagentur für Arbeit erhalten, erhalten die Zeit der Arbeitslosigkeit auf die Wartezeit angerechnet, wenn sie sich sofort nach Ende der Beschäftigung arbeitslos gemeldet haben und diese Meldung ständig erneuern. Auf die Rentenhöhe haben diese Anrechnungszeiten wegen langjähriger Arbeitslosigkeit allerdings keinen Einfluss.

Für Frauen gelten Sonderregelungen hinsichtlich der Kindererziehungszeiten. So bekommt eine Mutter von zwei Kindern 15 Jahre Wartezeit angerechnet (nimmt man die Erziehungszeiten und Babyjahre zusammen). Bei einer höheren Anzahl von Kindern erhöht sich die Anrechnungszeit weiter. Auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder zählen, wenn sie zwischen dem dritten und zehnten Lebensjahr im Haushalt der Frau gelebt haben.

Für die Rente für langjährig Versicherte ist ein Antrag bei dem jeweiligen Rentenversicherungsträger erforderlich. Dieser sollte Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden. Geht der Antrag später ein, so wird die Rente später gezahlt; die Rentenkürzung ist dann entsprechend geringer.