Wann ist man besonders langjährig versichert mit einem Rentenanspruch?

Die Rente für besonders langjährig Versicherte ist eine Rente nach 45 Beitragsjahren. Es ist die einzige Rente, die man nach der neuen Rechtslage vor der Regelaltersgrenze (65 – 67 Jahre) ohne Abschläge erhalten kann.

Die Rente für besonders langjährig Versicherte soll all diejenigen Arbeitnehmer honorieren, die viele Jahre gearbeitet haben und eine Wartezeit von 45 Beitragsjahren erfüllen. Bisher konnten sie ohne Abschläge nicht vor dem 65 Geburtstag in Rente gehen. Allerdings gilt auch für die besonders langjährig Versicherten die Altersgrenze von 65 Jahren. Davor können sie nicht vor Erreichen des 65. Lebensjahres in Rente gehen, auch wenn sie schon vorher 45 Beitragsjahre zusammen haben.

Zeiten, die für die 45jährige Wartezeit zählen

In die Wartezeit für besonders langjährig Versicherte werden nur bestimmten Zeiten eingerechnet. Grundsätzlich sind dies alle selbst erarbeiteten Zeiten. Zunächst werden deshalb alle Zeiten auf die Wartezeit angerechnet, in den Pflichtbeiträge gezahlt wurden, also Zeiten einer versicherten Beschäftigung als Arbeitnehmer.

Hat man eine betriebliche Ausbildung absolviert und wurden in dieser Zeit normale Rentenbeiträge eingezahlt, so wird auch die Ausbildung für die Wartezeit berücksichtigt.

Wurde ein Wehr- oder Zivildienst als gesetzliche Pflicht geleistet, so wurden in dieser Zeit Pflichtbeiträge in die Rentenkasse gezahlt. Aus diesem Grund zählen auch diese Zeiten für die Wartezeit von 45 Jahren.

Ebenfalls zählen Kindererziehungszeiten. Dadurch wird eine Benachteiligung der Frauen, die aufgrund der Kindererziehung eine berufliche Pause einlegen mussten, vermieden.

Auch wenn ein Minijob ausgeübt wurde, werden hieraus Zeiten für die Wartezeit errechnet.

Wurden ab dem 1. April 1995 nahe Angehörige an mindestens 14 Stunden in der Woche und nicht hauptberuflich gepflegt, so zählen auch diese Zeiten für die Wartezeit. Das gilt jedoch nur, wenn der Pflegebedürftige über eine Pflegestufe verfügte und bei seiner Pflegeversicherung einen Antrag gestellt hatte, dass für den Pflegenden Beiträge in die Rentenkasse gezahlt werden sollen. Eine rückwirkende Antragstellung ist nicht möglich.

Pflichtbeiträge ergeben sich auch, wenn Krankengeld von der gesetzlichen Krankenversicherung bezogen wird.

Berücksichtigungszeiten

Berücksichtigungszeiten sind die Zeiten der Kindererziehung (bis maximal 10 Jahre) und der Pflege für den Zeitraum vom 1. Januar 1992 bis zum 31. März 1995.

Ersatzzeiten

Unter Ersatzzeiten versteht man die Zeiten vor dem 1. Januar 1992, in denen keine Versicherungspflicht bestand, sowie die Zeiten nach dem 14. Lebensjahr, in denen ein militärischer Dienst geleistet wurde.

Zeiten, die für die Wartezeit nicht zählen

Viele Zeiten zählen nicht für die Wartezeit für die neue Rente für besonders langjährig Versicherte. Zu nennen sind Schulzeiten, Fachschulzeiten sowie Zeiten einer Meisterschule. Auch Zeiten eines Studiums zählen hier nicht. Akademiker tun sich also schwer, 45 Beitragsjahre bis zum 65 Lebensjahr zu erreichen.

Gleiches gilt für Zeiten, für die freiwillig Beiträge entrichtet wurden. So dürften auch Selbständige kaum in den Genuss der Rente für besonders langjährig Versicherte kommen.

Zeiten, in denen man arbeitslos war, also Arbeitslosengeld I oder auch Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bezogen hat, zählen nicht für die Erfüllung der Wartezeit für die Rente für besonders langjährig Versicherte.

Zeiten, die durch einen Versorgungsausgleich übertragen wurden, werden ebenfalls nicht berücksichtigt.