Rententipps für Frauen

Frauen erhalten im Durchschnitt eine Rente von 500 Euro im Monat. Das ist deutlich weniger als bei den Männern. Ein Grund dafür ist, dass eigene Kinder, die Berufstätigkeit der Frauen oft beendet oder unterbrochen haben.

Frauen sind während ihres Erwerbslebens weit häufiger als Männer mit Problemen konfrontiert, die aus dem überkommenen Rollenverständnis resultieren. Sie kümmern sich beispielsweise um die Kinder oder pflegen die Eltern.

Minijob

Ungefähr 4,6 Millionen Frauen arbeiten in einem Minijob, also auf 450-Euro-Basis. 60 Prozent von diesen Frauen haben nur diesen einen Job.

Pro Jahr bringt ein Minijob jedoch nur 3,11 Euro Altersrente. Nimmt man eine Beispielrechnung von 45 Jahren Minijob, so gibt dies eine monatliche Rente von knapp 40 Euro.

Rentenversicherung nutzen

Nach dem neuen Minijob-Gesetz ist es möglich auf einer Rentenversicherungspflicht zu bestehen. Diese ist im Grundsatz sogar vorgesehen. Nur wer ausdrücklich und schriftlich dem Arbeitgeber gegenüber darauf verzichtet, ist von der allgemeinen Rentenversicherungspflicht befreit. Besteht man auf der Rentenversicherungspflicht, so wird der volle Satz von derzeit 18,9 Prozent an die Rentenversicherung abgeführt. Man selbst muss allerdings lediglich 3,9 Prozent zahlen. Die Differenz von 15 Prozent stockt der Arbeitgeber auf.

Die Vorteile der Rentenversicherungspflicht im Minijob liegen auf der Hand:

- Frau sammelt volle Rentenpflichtbeitragszeiten,
- Frau hat einen Anspruch auf Reha-Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung
- Frau hat einen Anspruch auf die staatliche Riester-Förderung

Teilzeit

Gut 45 Prozent aller berufstätigen Frauen arbeiten in Teilzeit. Hintergrund sind Kinder und familiäre Aufgaben. Dadurch, dass nicht Vollzeit gearbeitet wird, sinkt der Anspruch auf Altersrente durchschnittlich um 40 Prozent, und zwar auch dann, wenn man gut bezahlte Arbeit liefert.

Zurück in die Vollzeit

Eine Vollzeitarbeit ist für den Anspruch auf Altersrente die bessere Lösung. So bald wie möglich, sollte man von dem Teilzeitjob in eine Vollzeitarbeitsstelle wechseln. Gegenwärtig besteht allerdings das Problem, dass es keinen Rechtsanspruch gibt, von einer Teilzeitstelle wieder in eine Vollzeitstelle zu wechseln. Dies will die künftige Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD allerdings ändern.

Solange man in Teilzeit arbeitet, sollte man privat mit einem Riester-Vertrag für das Alter vorsorgen. So hat man Anspruch auf die staatliche Förderung.

Pflege der Eltern

Statistisch gibt es etwa 1,8 Millionen Menschen, die in den eigenen vier Wänden von Angehörigen gepflegt werden, zu über 90 Prozent von Frauen. Dies geschieht oft auf Kosten einer eigenen Berufstätigkeit und damit von Rentenbeiträgen.

Pflegekasse zahlt Rentenbeiträge

Pflegende Angehörige haben die Möglichkeit für die Zeiten der Pflege Rentenbeiträge von der Pflegekasse zu erhalten. Dies setzt voraus, dass dies nicht erwerbsmäßig geschieht und der zu Pflegende die Zahlung in die Rentenversicherung bei seiner Pflegekasse beantragt. Voraussetzung ist, dass für den Pflegebedürftigen eine Pflegestufe anerkannt wurde und dass die Pflege mindestens 14 Stunde pro Woche beträgt. Diese Pflegezeit kann auch auf zwei zu pflegende Angehörige aufgeteilt werden. Die Pflegekasse zahlt die Rentenbeiträge aufgrund eines fiktiven Verdienstes. Dieser ist abhängig von der jeweiligen Pflegestufe und der aufgewendeten Zeit.

Erhält Frau von der zu pflegenden Person eine Geldzahlung, so darf diese nicht höher als das Pflegegeld sein, dass die Pflegekasse an den zu Pflegenden zahlt. Andernfalls geht das Recht auf Zahlung von Rentenbeiträgen durch die Pflegekasse verloren.

Neben der Pflege darf Frau einen Teilzeitjob ausüben, sofern die Teilzeitbeschäftigung wöchentlich nicht 30 Stunden übersteigt. Durch die Teilzeitarbeit erwirbt man dann zusätzlich Entgeltpunkte für das Rentenkonto.

Kinder

Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit häufig aufgrund der Kindererziehung. Durchschnittlich haben sie deshalb 15 Versicherungsjahre weniger als Männer. Dies hat eine geringere Rente zur Folge.

Kindererziehungszeiten

Als Ausgleich für die Erziehung der Kinder erhalten Frauen Kindererziehungszeiten auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben. Das gilt jedoch nur, wenn nicht die Väter die Kindererziehungszeiten erhalten. Es besteht ein Wahlrecht.

Für Kinder, die ab 1992 geboren wurden, bekommen Frauen drei Jahre Beitragszeiten auf der Grundlage des Durchschnittseinkommens (etwa 37.000 Euro) in ihrem Rentenkonto gebucht.

Für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, gibt es nur einen Rentenpunkt. Dies will die neue Bundesregierung aber ändern und eine sogenannte Mütterrente einführen. Das bedeutet, dass nun auch für Kinder, die vor 1992 auf die Welt kamen, drei Rentenpunkte - also für drei Jahre Rentenbeiträge - gutgeschrieben werden.

Höhere Bewertung der Rentenbeiträge

Wenn eine Frau zwischen dem vieren und zehnten Lebensjahr des Kindes arbeitet und während dieser Zeit einen Verdienst und damit Rentenpunkte unter dem Durchschnitt erzielt, so werden die erzielten Rentenbeiträge um die Hälfte höher bewertet. Beispiel: Verdient eine Frau in dieser Zeit 15.000 Euro, so wird für die Rente so getan, als ob sie 37.103 Euro verdient hätte.

Versicherungsverlauf kontrollieren

Deshalb sollten Frauen, die Kinder erzogen haben, Wert darauf legen, dass Kindererziehungszeiten als Pflichtbeitragszeiten korrekt bei der Rentenversicherung gespeichert sind.

Pflichtbeitragszeiten

Pflichtbeitragszeiten sind Zeiten, für die Pflichtbeiträge gezahlt wurden. Im Unterschied dazu stehen die Zeiten, in denen freiwillige Beiträge geleitet wurden. Pflichtbeitragszeiten erhält der gesetzlich Versicherte für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen (Arbeitsverhältnis). Dazu zählen auch Zeiten des Mutterschutzes. Pflichtbeitragszeiten sind zudem die Zeiten der Kindererziehung.

Wenn unmittelbar nach dem Mutterschutz weiter gearbeitet wurde, so müssen diese Zeiten doppelt im Versicherungsverlauf vermerkt sein: als ganz normale Pflichtbeitragszeiten aus Arbeit sowie als besondere Pflichtbeitragszeit aus Kindererziehung.

Diese doppelten Pflichtbeiträge sind auch deshalb so bedeutsam, weil bestimmte Zeiten bzw. Pflichtbeiträge höher gewertet werden. Diese Höherbewertung wird mit dem Rentenantrag vorgenommen; im Versicherungsverlauf ist sie noch nicht ersichtlich.

Eine Höherbewertung erfolgt, wenn Kinder nach 1992 geboren sind. Dann werden die zehn Jahre Berücksichtigungszeiten höher bewertet: Wer also während der Erziehung des Kindes innerhalb dieser 10 Jahre) versicherungspflichtig gearbeitet und mindestens 25 Jahre Rentenzeit hat, erhält rechnerisch das Gehalt auf das Durchschnittsgehalt aller Versicherten angehoben. Dieses liegt gegenwärtig (2017) bei 37.103 Euro im Jahr.

Berücksichtigungszeiten

Berücksichtigungszeiten gibt es für die Kindererziehung. Sie dienen dazu, einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten oder abschlagsfrei in Rente gehen zu können.

Anrechnungszeiten

Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen keine Beiträge gezahlt wurden, die aber für die Wartezeit und das Berechnen der Rente zählen. Das sind zum Beispiel Zeiten der Schwangerschaft.