Von der Arbeit in die Rente

Unser Rechtsratgeber zur Altersrente

Arbeitsvertrag

Grundsätzlich scheidet man nicht automatisch aus dem Arbeitsverhältnis aus, wenn man das Rentenalter (65 bis 67 Jahre) erreicht. Ein automatisches Beenden des Arbeitsverhältnisses tritt nur ein, wenn dies im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag vorgesehen ist. Die meisten Arbeitsverträge und Tarifverträge sehen allerdings ein automatisches Ausscheiden aus dem Berufsleben mit Erreichen der Altersgrenze vor.

Ist im Arbeitsvertrag vorgesehen, dass ein Ausscheiden aus dem Arbeitsleben mit 65 Jahren erfolgt, hat man jedoch nach dem neuen Rentenrecht einen Anspruch auf Altersrente erst mit beispielsweise 66 Jahren, so hat man als Arbeitnehmer keinen Anspruch darauf, dass der Arbeitsvertrag an die neue Altersgrenze angepasst wird. Arbeitsverträge können nur im Einvernehmen beider Vertragsparteien geändert werden. Der Arbeitgeber muss also einer Verlängerung der arbeitsvertraglichen Lebensarbeitszeit zustimmen.

Anders ist es, wenn der für den Arbeitnehmer gültige Tarifvertrag eine Anpassung vorsieht. Tarifvertragliche Regelung schlagen sich automatisch auf den Individualarbeitsvertrag nieder. Voraussetzung ist natürlich, das für den Betrieb, in dem der Arbeitnehmer tätig ist, eine Tarifbindung besteht.

Die reguläre Rente

Die Altersrente ist die "ganz normale" Rente. Früher konnte man mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen. Gegenwärtig steigt die die Altersgrenze schrittweise (seit Januar 2012) von Jahr zu Jahr auf 67 Jahre an. Im Jahr 2014 kann man mit 65 Jahren und 3 Monaten ohne Abzüge in Rente gehen, im Jahr 2015 mit 65 Jahren und 4 Monaten, usw. Die Rente mit 67 beginnt also erst im Jahr 2030, bis dahin liegt sie zwischen 65 und 67 Jahren. Es gibt allerdings einen Vertrauensschutz für all diejenigen, die zwischen dem 1. 1. 1947 und dem 31.12.1954 geboren sind und schon vor dem 1. Januar 2007 sich in Altersteilzeit befinden.

Wie wird die Rente berechnet?

Die Höhe der Rente berechnet man aus den Entgeltpunkten, dem aktuellen Rentenwert, der Art des Zugangs zur Rente und der Art der Rente.

Entgeltpunkte

Ein Entgeltpunkt wird aus dem Jahresverdienst der versicherten Person im Vergleich zum Durchschnittsverdienst aller Beschäftigten berechnet. Verdient man also exakt so viel, wie der Durchschnitt der Bevölkerung, so bekommt man hierfür auch exakt einen Entgeltpunkt.

Aktueller Rentenwert

Der Entgeltpunkt wird in Euro bewertet. Dieser Wert ist dann der aktuelle Rentenwert.

Im Jahr 2016 betrug der Durchschnittsverdienst in Deutschland 36.267 Euro. Das vorläufige Durchschnittseinkommen für 2017 beträgt 37.103 Euro.

Der aktuelle Rentenwert beträgt 30,45 Euro in Westdeutschland (28,66 Euro in Ostdeutschland).

Zugangsfaktor

Den Zugangsfaktor 1 erhalten all diejenigen, die exakt zum Zeitpunkt in Rente gehen, der der offiziellen Altersgrenze entspricht. Geht man früher in Rente, so wird der Zugangsfaktor kleiner als 1 und man erhält eine gekürzte Rente. Geht man später in Rente, wird der Zugangsfaktor größer als 1.

Faktor Rentenart

Bei der Regelaltersrente beträgt der Faktor 1. Bei der Teilrente lediglich 0,5. Mit der unterschiedlichen Höhe des Faktors wird dem Unterschied Rechnung getragen, dass die Altersrente komplett dem Lebensunterhalt sicherstellen soll, die Teilrente hingegen nicht.

Berechnung

Multipliziert man nun die Entgeltpunkte eines jeden Jahres mit dem Rentenwert und addiert diese Werte, multipliziert sie dann mit dem Zugangsfaktor und dem Faktor der Rentenart so erhält man die Höhe der Rente.

Tabelle: Altersrente ohne Abschlag

Geburt Erreichen der Altersgrenze (Jahr/Monat)
1947 65/1
1948 65/2
1949 65/3
1950 65/4
1951 65/5
1952 65/6
1953 65/7
1954 65/8
1955 65/9
1956 65/10
1957 65/11
1958/ 66
1959 66/2
1960 66/4
1961 66/6
1962 66/8
1963 66/10
1964 67

Altersgrenzen

Die neuen Altersgrenzen gelten im Übrigen auch für die Frührenten, etwa die spezielle Altersrente für Schwerbehinderte.

Will man eher in den Ruhestand, so muss man Abzüge einkalkulieren. Der Abzug pro Monat, den man vor der Altersgrenze in Rente geht, 0,3 Prozent. Er berechnet sich von der Brutto-Rente, also nicht nur der ausgezahlten Summe. Er gilt bis zum Lebensende, also nicht nur bis zum Erreichen der festgelegten Altersrente.

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Wartezeit von 5 Jahren

Voraussetzung für die Beantragung der Regel-Altersrente ist die Erfüllung einer Wartezeit von 5 Jahren. Diese 60 Monate Wartezeit muss man nicht unbedingt mit Pflichtbeitragszeiten erfüllen. Auch Zeiten, in denen freiwillige Beiträge gezahlt wurden, werden eingerechnet. Gleiches gilt für Zeiten der Kindererziehung oder Pflege. Hat man Zeiten aus einem Versorgungsausgleich bei einer Scheidung übertragen erhalten, so zählen auch diese für die Erfüllung der Wartezeit.

Auch Zeiten eines Hochschulstudiums sowie Schulbildung nach dem 17. Geburtstag werden in die Wartezeit eingerechnet. Im Gegensatz zum älteren Recht erhöhen sie die Rente allerdings nicht mehr.

Durch die Einrechnung von Kindererziehungszeiten in die Wartezeit ist es möglich, eine Altersrente zu erhalten, ohne dass man selbst Beiträge eingezahlt hat. Ähnliches gilt für die Pflege von Angehörigen.

Hat man die fünf Jahre Wartezeit nicht erfüllt, so ist es unter Umständen möglich, die Zeit durch freiwillige Beiträge oder durch einen 450-Euro-Job zu erreichen. Wer einen Minijob ausübt, erhält pro Jahr 1,4 Monate bzw. 3 Monate (seit 2002) für die Rente angerechnet. Ab dem 1. Januar 2013 ist man auch in einem Minijob automatisch rentenversichert. Man kann dies aber „abwählen“, d.h. zu Beginn der Beschäftigung einer Erklärung unterschreiben, dass von dem Gehalt keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden sollen.